Rufis

WRRL an der Unteren Wupper

Untersuchung der Handlungsspielräume und der Erreichbarkeit der Ziele der WRRL an der Unteren Wupper im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Analyse am Beispiel der Wärmebelastung

Bis zum Jahr 2015 sollen die Gewässer in der Europäischen Union einen guten Zustand aufweisen. Dieses Ziel wird in der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) näher bestimmt und ist grundsätzlich verbindlich. Allerdings erlauben es die Regeln der Richtlinie, unter bestimmten Umständen von dieser zentralen Zielvorgabe abzuweichen. Dabei spielt der Begriff der „unverhältnismäßigen Kosten“ eine wichtige Rolle. Die zentrale Aufgabe des interdisziplinären Forschungsprojektes ist es zu klären, ob die Gegebenheiten an der Unteren Wupper eine begründbare Abweichung vom Ziel des guten Gewässerzustandes erlauben. Die WSW Energie & Wasser AG haben erhebliche Investitionen zur Erneuerung ihres Heizkraftwerkes Elberfeld in den Jahren 2014 ff. geplant. Sie benötigen bis Ende 2012 für ihre Investitionsentscheidung eine verlässliche rechtliche und wasserwirtschaftliche Grundlage.

Neben dem technischen Ausbauzustand der Wupper, der Versiegelung des Einzugsgebiets und der Siedlungsentwässerung ist die Wärmebelastung der Unteren Wupper nach heutiger Erkenntnis ein maßgeblicher Stressor des Gewässers, insbesondere der Biologie. Es wird insoweit erwartet, dass eine verminderte Wärmebelastung zu einer wesentlichen Verbesserung auf dem Weg zum guten Zustand des Gewässers führt. Inwieweit dieser Zustand jedoch in Summe oder nur in Teilbereichen wie der Biologie zu erreichen ist, bleibt derzeit unbeantwortet. Damit einher geht die Frage der etwaigen Festlegung verminderter Umweltziele für die übrigen Teilbereiche.

Die erste Hauptaufgabe des vom MKUNLV geförderten Gesamtprojektes besteht darin zu prüfen, ob durch eine veränderte Energieerzeugung und eine verminderte Wärmeemission die Wärmebelastung der Wupper reduziert werden könnte. Mögliche Alternativen müssten eine bessere Umweltoption darstellen und dürften nicht unverhältnismäßig teuer sein. Falls Alternativen mit besserer Umweltoption und ohne unverhältnismäßige Kosten bestehen, die ein Erreichen des guten Zustands erwarten lassen, können weniger strenge Umweltziele nicht festgelegt werden. Auch im Falle einer generellen Zielabschwächung lassen sich Maßnahmen am Kraftwerk oder an anderer Stelle vorstellen, mit denen der Zustand des Wasserkörpers verbessert werden kann. Die zweite Hauptaufgabe des Gesamtprojektes besteht darin, diese Maßnahmen zu identifizieren und mit Blick auf unverhältnismäßige Kosten zu bewerten.

Zeitraum: bis 2012

Projektmitarbeiter: Prof. Dr. Dieter Hecht, Prof. Dr. Helmut Karl, Dr. Nicola Werbeck, Dipl.-Ök. Thomas Ebben